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Fiesische Wurfart
Allgemeines:
Die friesische Wurfart, die vor allem im Schleuderballspiel angewandt wird,
ist eng mit der Wurftechnik der Friesenspieler, den Klootschießern, verwandt.
Jeder kann diese so genannte Friesentechnik erlernen, weil sie einfacher ist
als der sonst angewandte Drehwurf, der mit dem Diskuswurf verwandt ist.
Beim Schleuderballspiel wird ausschließlich der Friesenwurf benutzt, weil
dieser durch die vertikale Armdrehung und die vorwärts gerichtete Bewegung auf dem nur 15 m breiten Spielfeld eine genügend große
Richtungsgenauigkeit ermöglicht.
Anlauf Grundstellung: Füße parallel, Körper aufrecht, der
Schleuderball hängt
in der rechten Hand mit gefasster Schlaufe nach unten. Der Ball wird am
oberen
Schlaufenende
mit Zeige- und Mittelfinger, bei Bedarf zusätzlich mit Ringfinger,
erfasst. Der Werfer begibt sich in die Grundstellung mit ca. 5 - 20 m
Entfernung
zur Abwurflinie. Auch andere Entfernungen sind möglich in Abhängigkeit vom
Werfer oder zur Spielsituation. Der rechte Arm schwingt mit Ball leicht nach
hinten. Mit Zurückschwingen des Balles nach vorn wird zeitgleich das rechte
Bein in normaler Schrittstellung nach vorn gesetzt. Damit beginnt die Laufbewegung. Der rechte Arm wird dann weiter über die Ausgangsstellung nach vorn
oben geschwungen, um in einer kreisförmigen vertikalen Bewegung zu rotieren.
Zeitgleich mit dem Hochschwingen des Balles wird nun das linke Bein
vorgesetzt.
Setzt das rechte Bein wieder auf, hat der rechte Arm eine vollständige
Drehung
durchgeführt und der Ball befindet sich wieder in unterster Stellung.
Vereinfacht: Beim Aufsetzen des rechten Fußes ist der rechte Arm ebenfalls
unten.
Bei der weiter geführten Armaufwärtsbewegung wird der linke Fuß vorgesetzt.
Diese Bewegung wird anschließend Schritt für Schritt fortgesetzt bis sie in
einen Steigerungslauf übergeht. Während des Laufens zeigt der linke Arm leicht nach vorn
in die
vorgegebene Wurfrichtung. Er bewegt sich nicht starr, sondern locker in
leicht rotierender Form.
Übungen
Übungen zum Anlauf
1. Gehen mit rotierendem Arm. Darauf achten, dass der rechte
Arm sich in unterster
Stellung befindet, wenn der rechte
Fuß wieder aufgesetzt wird.
2. Laufen mit rotierendem Arm. Ausführung wie zuvor
beschrieben.
3. Lauf mit anschließendem Absprung (siehe zu „Wurf mit
Absprung“)
Schleuderwurf ca. 2 – 3 m vor der Abwurflinie - im Spiel wird sie durch
einen Linienrichter
angezeigt, beim Weitwurf wird sie durch einen Abwurfbalken festgelegt -
erfolgt ein Ab-
sprung mit dem rechten Bein. Beim Sprung wird der rechte Arm weitergedreht.
Der linke Arm
wird gleichzeitig in Wurfrichtung nach vorn oben (als Block für die
Rotationsbewegung des
Körpers) geführt. Der Werfer dreht sich mit Hilfe des linken Schwungbeines,
dass etwas
angewinkelt wird, wobei das Knie nach rechts vorne gedrückt wird, den Körper
um seine
Längsachse (ca. 90 Grad).
Zum Zeitpunkt, wo der Wurfarm sich in oberster Stellung befindet, erfolgt die
Landung auf
dem rechten Fuß.
Der Wurfarm befindet sich in der Abwärtsbewegung. Das linke Bein (Standbein)
wird bei
Bodenberührung sofort gestreckt – sog. Stemmschritt. Der weiter gedrehte
Wurfarm be-
findet sich jetzt senkrecht vor dem Körper. Dabei wird der Oberarm am rechten
Brustmuskel
abgestützt, der Unterarm dadurch zusätzlich beschleunigt und der Ball
katapultiert aus den
Fingern.
Diese theoretische Betrachtung gibt einen ungefähren Überblick über den
Ablauf des Schleuderballabwurfes. Hierbei sind nicht alle Feinheiten bezüglich des Laufens,
Absprunges, der
Fußstellung, der Oberkörperhaltung, Blickrichtung und Schulterdrehung
einbezogen. Indivi-
duelle Abweichungen sind jederzeit möglich.
Vermittlung des Schleuderwurfes
Aufgrund der einzelnen Phasen sollte der Wurf gegliedert vermittelt werden.
Die Ganzheits-
methode ist wenig vorteilhaft. Durch die Wiederholung bestimmter Bausteine
wird der Ablauf
automatisiert. Fehler lassen sich schneller korrigieren.
Das ungewohnte Werfen mit einer Drehung des Armes lässt sich mit einem
Schleuderball gut
erlernen. Durch das Eigengewicht des Schleuderballs ist der Lernende
gehalten, mit gestreck-
tem Arm eine Kreisbewegung zu beschreiben.
Er erkennt dabei, dass der Ball nur vor dem Körper entlang in einer
„sauberen“ Kreisbewegung
geführt werden kann. Der Übende stellt sich in leichter Seitgrätschstellung auf. Er
erfasst den
Ball in der Schlaufe und beginnt mit immer schneller werdenden
Kreisbewegungen dicht vor dem
Körper entlang.
Fehler:
- eingeknickter Arm
- gebeugter Körper
- Mitschwingen oder Rotieren des Körpers
Wurf aus der Seitstellung
Der Werfer nimmt eine leichte Seitgrätschstellung (mindestens
Schulterbreite) ein. Der Nicht-
wurfarm zeigt in Wurfrichtung. Der Wurfarm wird ein paar Mal gedreht und dann
dicht vor dem
Körper entlang in Wurfrichtung geführt. Dabei berührt der Oberarm den
Brustkorb. Dadurch
wird er abgestützt, der Unterarm erhält eine zusätzliche Beschleunigung und
der Ball wird geworfen.
Bei der Ausführung ist insbesondere auf einen gestreckten Arm und Körper zu
achten. Der Körper
darf nicht einknicken und mitschwingen.
Einsatz des Standbeines
Aufstellung wie zuvor. Der rechte Fuß drückt den Körper des
Werfers nach vorn. Dabei wird das linke Standbein leicht nach vorn oben
angehoben. Zeitgleich wird der Wurfarm gedreht. Beim Absetzen des linken Beines (Stemmschritt) erfolgt der Wurf.
Durch das nach vorne drücken muss der Aktive den Körper wieder drehen.
Genauere Darstellung: Siehe dazu die Beschreibung zum Abwurf.
Fehlerquellen:
- Gebeugter Arm,
- nicht gestreckter bzw. eingeknickter, instabiler Körper,
- falsche Fußstellung (Füße stehen nicht quer zur Wurfrichtung),
- Körperdrehung zu weit oder zu wenig,
- linke Schulter bleibt nicht in Wurfrichtung,
- rechte Schulter wird mit in Wurfrichtung gedreht
- keine Beschleunigung des Wurfarmes im letzten Drittel der Rotation,
- Nichtwurfarm zeigt nicht in Wurfrichtung,
- Kopf nach hinten, vorne oder zur Seite gebeugt.
Wurf mit Absprung
Grundstellung einnehmen. Ball am rechten Arm nach hinten führen, gleichzeitig
das rechte
Bein vorsetzen. Während dann der rechte Arm wieder nach vorn oben in die
Kreisbewegung
übergeht, erfolgt mit dem rechten Fuß ein kleiner Sprung (Die Absprünge aus
dem Stand
sind gering, ca. 10 – 30 Zentimeter). Der Sprung wird unterstützt durch das
nach vorn oben
führen des linken Standbeines und des linken Armes. Mit dem Absprung erfolgt
eine Körper-
drehung um ca. 90 Grad nach rechts. Der Blick folgt der Wurfrichtung. Mit
Aufsetzen des
inken Schwungbeines (Stemmschritt) wird der Ball geworfen. Siehe dazu die
Beschreibung „
Wurf aus der Seitstellung“.
Beachte: Den Stemmschritt gegebenenfalls zunächst ohne Ball üben,
Übungen mit Ball zunächst nur mit geringem Krafteinsatz und nach Möglichkeit
auf Distanz-
würfe verzichten.
Übungen
Paarweise aufstellen; Ball zuschleudern und fangen im Wechsel, dabei die
Entfernungen langsam
vergrößern. Schleuderwürfe in eine abgegrenzte Gasse von ca. 10 m Breite
durchführen. Werfer
stehen im Abstand der durchschnittlich von ihnen erreichten Wurfweite vor
einer Grenzlinie (z.B.
Torauslinie eines Fußballspielfeldes) und versuchen den Ball über die
Torlinie zu schleudern.
Mehrere Werfer stehen nebeneinander auf der Torauslinie eines Fußballfeldes
und schleudern
auf ein Startzeichen ihren Ball möglichst weit in das Feld, laufen hinterher
und schleudern den
Ball so oft weiter, bis er die entgegen gesetzte Torauslinie als Wendepunkt
überschritten hat,
dann wieder zurückwerfen. Sieger ist, wer zuerst die Ausgangslinie erreicht
hat.
Zusammenfassung Schleuderballwurf:
Während des Anlaufs kreist der Wurfarm vertikal von hinten nach vorn. Sprung
und Armschwung sind so zu koordinieren, dass der Wurfarm den tiefsten Punkt
erreicht, wenn der Fuß der Wurfarmseite aufsetzt. Ist eine genügend große Beschleunigung des Balles durch
vertikales Kreisen
erzeugt, geht der Werfer durch einen Stemmschritt in die Abwurfposition. Der
Stemmschritt
erfolgt durch einen kurzen „Doppelhupf“ auf dem Fuß des Wurfarmseite und ein
weites Vorsetzen
des entgegengesetzten Beines. Unterstützt wird die Einleitung des
Stemmschrittes durch ein betontes Aufwärtsbewegen des Wurfarmes. Aus der Stemmstellung wird der Ball von
unten heraus
fortgeschleudert.
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