
Boßelstrecke:
Hopelser Weg
E-Mail: kbv.wiesederfehn@t-online.de
Internet: kbv-wiesederfehn.de
Anschrift: KBV "Hier up an" Wiesederfehn
Ahornweg 2, 26639 Wiesmoor
von links: Kunststoffboßel, Gummiboßel, Eisenkugel, Klootkugeln, Schleuderball
Dorfgemeinschaftshaus Wiesederfehn
Am Rande eines großen Hochmoorgebietes liegt der Ortsteil Wiesederfehn - ein Reihendorf, welches sich entlang des früheren Weges über das Moor von Wiesede nach Voßbarg angesiedelt hat. Dieser Weg, das Ende des letzten Jahrhunderts als Straße ausgebaut wurde - die heutige Bundesstraße 436 - war bis Ende der 50iger Jahre die Heimstrecke der Boßeler von Wiesederfehn. Die Einwohner waren anfangs vorwiegend Landwirte und vereinzelt Arbeitnehmer und verbrachten in einem bescheidenen und ruhigen Lebensstil ihr Dasein.
Wenn im Winter der Boden hart gefroren war oder aber sich auch die Gelegenheit nach Feierabend bot, versammelten sich schon Jahre vor der eigentlichen Gründung des Vereins Jung und Alt von Wiesederfehn, um ihre Freizeit mit dem Heimatspiel - dem Klootschießen und Boßeln - zu verbringen. Einige wenige Vereine bestanden schon in der näheren Umgebung. Es dauerte dann nicht mehr lange, bis sich auch in Wiese- derfehn mehrere Förderer dieses geliebten Heimatspieles zusammenfanden, um den Klootschießer- und Boßelerverein "Hier up an" Wiesederfehn e. V. aus der Taufe zu heben.
Die eigentliche Gründung erfolgte dann auch endgültig am 28. Februar 1914 und zwar anläßlich einer Gründungsversammlung im damaligen Hause Peters unter Teilnahme von:
August Ahlfs, Hinrich Asche, Georg Baumann, Johann Carstens, Eduard Dirks,Johann Faß, Reinhard Fokken, Johann Gerdes, Heinrich Harms (Dobbe) Johann Heeren, Hinrich Hespen, Johann Hespen, Frerich Wallmann.
Der damalige Vorstand setzte sich zusammen aus dem
1. Vorsitzenden, dem 2. Vorsitzenden, dem Kassenführer, dem Schriftführer und dem Bahnweiser.
Nach Aussagen eines der ersten Mitglieder Johann Lüken fand eine weitere Versammlung bereits kurzfristig danach statt. (Die Suche im Verlag des Anzeigers hat sich gelohnt, denn mit dem Datum 3. März 1914 fanden wir folgende Anzeige, die seinerzeit veröffentlicht worden ist:

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Anläßlich dieser Versammlung wurden noch neu aufgenommen: Andreas Behrends, Wilhelm Carstens, Claas Faß, Johann Gellermann, Dietrich Hespen (Wiesede), Gerd Janßen, Johann Lüken, Menno Peters.
Es dauerte nicht lange - etwa Mitte März 1914 - und der erste
offizielle Boßelwettkampf auf dem damaligen Steinpflaster von
Wiesede nach Friedeburg gegen den Boßelverein Reepsholt konnte
ausgetragen werden. Weitere Boßelwettkämpfe folgten mit den
Nachbarvereinen. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges ruhte die Vereinstätigkeit, denn viele Vereinsmitglieder wurden zum Kriegsdienst eingezogen und so mancher wurde verwundet oder ist nicht mehr zurückgekehrt. Aber dennoch wurden die heimatlichen Gedanken wieder wach. Man zählte das Jahr 1919, als sich bereits erste Gruppen bildeten, die den Verein in seiner alten Form wieder aufblühen ließen. In den 20er Jahren haben die Aktivitäten dann trotz Inflation und Arbeitslosigkeit weiterhin Aufschwung gefunden und die Mitgliedschaft wuchs bald auf über 30 Mann. In dieser Zeit, aber auch in den folgenden 30er Jahren, war es nicht leicht, einen Verein zusammenzuhalten oder zu fördern, aber die Liebe zur Heimat und der Gedanke, zusammen zu gehören, hielt den Verein aufrecht. Vor diesem Hintergrund verdient die Arbeit des damaligen Vorstandes besondere Anerkennung. Wenn wir es schon als bewundernswert empfinden, dass der Verein nie zum Erliegen gekommen ist - eine Tatsache, die wir heute gern unterstreichen, so sollen doch schon einige Vereinsprobleme und große Schwierigkeiten vorgekommen sein. So ist aus Überlieferungen festgehalten, dass der Verein im Jahre 1926 fast zum Erliegen gekommen wäre, wenn nicht Vereinsmitglied August Ahlfs die im Vereinslokal bereits in der Ecke liegenden Papiere an sich genommen und - wie so oft - ein Machtwort gesprochen hätte. Danach soll der Verein wieder aktiv geworden sein. Anläßlich eines heiteren Gespräches in einer größeren Thekenrunde wurde der Name des Vereins gefunden und zwar soll von dem damaligen Malermeister Hayung Harms gesagt worden sein: "Loot uns man seegen - hier up an!" Dieser Name gefiel allen und er wurde auch sofort mit auf die Vereinsfahne geschrieben. Der KBV "Hier up an" war der stärkste Verein in seiner Umgebung. Der Vorstand hatte sich im Laufe der folgenden Jahre auch auf das ursprüngliche Heimatspiel - das Klootschießen - konzentriert. Nicht nur in der Umgebung, sondern auch über die Grenzen des Kreises Wittmund hinweg waren die damaligen Werfer wie z.B. Reinhard Höfing, Johann Becker, August Ahlfs, Ulrich Kruse, Fritz Lücken, Hermann Renken, Hermann Höfing und Johann Gerdes bekannt. Eine Seltenheit, eine solch große Anzahl von überragenden Klootschießern in einem Verein zu haben. Die Erfolge blieben nicht aus. Seiner Zeit hatten die Gebrüder Höfing hinter dem Hause - auch Hüttstück genannt - einen Anlaufbock von ca. 15 Meter Länge gebaut - eine Seltenheit, die es sonst nirgendwo zu sehen gab. Durch den Anlaufschwung konnten die Werfer mindestens 5 - 6 Meter weiter werfen. Auch im Boßeln bildete der KBV "Hier up an" eine Spitze in der näheren und weiterern Umgebung. Die Boßeler August Ahlfs, Johann Ahlers, Fritz Lücken, Hermann Renken, Johann Becker, Emil Block und Hermann Höfing waren die erfolgsreichsten Werfer und als Mannschaft im Kreise Wittmund und darüber hinaus in Wilhelmshaven und in der Friesischen Wehde bekannt. Hiervon zeugen die überaus vielen Pokale und Ehrenurkunden aus damaliger Zeit. |

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Diese
Einladung zum Sommerfest 1922 des KBV "Hier up an"
Wiesederfehn stellte uns Hans-Georg Bohlken vom KBV Ruttel
zur Verfügung |
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ehemaliges Vereinslokal Peters Vor dem Kriege wurden bereits große Zeltfeste veranstaltet, so z. B. am Jannburger Weg, auf den Ländereien von Jürgen Hummels und auf den Ländereien von Johann Carstens gegenüber von Janssen Bruns. Die Zelte wurden von Mitgliedern per Ackerwagen geholt. Zusammengespannte Pferde von einzelnen Mitgliedern vor extra gefertigten Langwagen holten die Bauteile vom letzten Veranstalter ab und das Zelt wurde gemeinschaftlich wieder aufgebaut. Ein Zelt in heutiger Art gibt es nicht. Das Zelt bestand aus zwei Tanzflächen, mit einem Grünstreifen in der Mitte des Zeltes, der zur Theke führte. Die Sitzplätze waren rings herum auf weiteren Grünflächen vorgesehen. Dann brach der zweite Weltkrieg aus. Der Verein verfügte bereits über mehr als 50 Mitglieder. Wie in allen anderen Vereinen wurde das Boßeln und Klootschießen für diese Zeit ausgesetzt. Die Kriegswirren rissen dann erneut schwere Wunden. Es bedurfte schon unermüdlichen Idealismus und Vereinsgeist, um den KBV "Hier up an" erneut zu beleben. |

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alte Bundestraße 436 und Boßelstrecke bis Ende der 50-er Jahre Unter dem weiteren Vorsitz von Conrad Lüken wurden alle Klootschießer und Boßeler immer wieder motiviert mit dem Erfolg, dass zum ersten Male in der Vereinsgeschichte unser damaliges Vereinsmitglied Martin Siefken bei den Friesischen Mehrkampf- meisterschaften die Traumgrenze im Klootschießen mit 100,35 Meter erreichte. Bei den Deutschen Meisterschaften im Schleuderballwerfen wurde er 1969, 1970 und 1971 Deutscher Meister. Auch im Straßenboßeln galt der KBV "Hier up an" bald wieder als Favorit. Mehrere Male wurde seinerzeit in den 50iger Jahren die Verbandsmeisterschaft und nach Einführung des Punktspielbetriebes in den Jahren 1976, 1977, 1978 nacheinander die Verbands- meisterschaft in der A-Gruppe (Kreisliga) errungen. Mit der nochmaligen Meisterschaft im Jahre 1984 und dem anschließenden Aufstieg in die Bezirksklasse Ostfriesland war ein weiterer Höhepunkt erreicht worden. Nach dem Abstieg aus der Bezirksklasse schaffte "Hier up an" nach vier errungenen Verbandsmeisterschaften (1995, 1997, 1998) 1999 überlegen den angestrebten erneuten Aufstieg zur Ostfriesischen Bezirksklasse. Ebenfalls auf dem Gebiete der Festlichkeiten hat der KBV "Hier up an" bald seine Tradition wiedergefunden und zwar durch das Wintervergnügen - schon traditionsmäßig im Februar eines jeden Jahres - und bekannt die früheren Theaterabende, die Vorreiter der späteren Gründung der Niederdeutschen Bühne Wiesmoor waren. Das sogenannte Sommerfest wurde bis 1995 alljährlich am letzten Wochenende im Juli im Festzelt abgehalten. Erstmals fand dieses Fest nach dem Kriege beim Hause Wilhelm Dirks, danach bei Hermann Asche, bei der Gastwirtschaft Peters und auf den Ländereien von Hermann und Hans Höfing statt. Neben dem Boßeln und Klootschießen war dieses Fest auch wegen seiner Organisation und der Gestaltung auf dem festlichen Sektor weit über die Grenzen bekannt. So ist aus früheren Unterlagen zu entnehmen, dass seit 1972 folgende Stars aus Funk und Fernsehen ihren Auftritt fanden: |
Hierbei nicht vergessen werden darf die Wahl der "Seuten Deern" - eine der Höhepunkten der 70iger Jahren. Ebenfalls das Abholen der Meister mit dem Besucherfahrzeug des Heimat- und Verkehrsvereins gehörte zur Tradition. Seit 1996 wird der "Fehntjer-Cup" für Damen und Herren ausgetragen. Hierzu melden sich jedes Jahr ca. 300 Boßeler und Boßelerinnen aus dem gesamten FKV-Gebiet. Die Gewinner erhalten beachtliche Preisgelder. Durch die eifrige Förderung der Schüler und Jugend in den letzten Jahrzehnten strebt der KBV weitere neue Ziele an. Insgesamt ist allein die Anzahl dieser Gruppierung auf mehr als 30 Personen angewachsen. Dabei sind vor allen Dingen die Einzelleistungen von Holger Wilken, Sebastian Gerdes, Petra Aden, Frank Hagedorn, Nadine Eschen, Simon Eschen und Hauke Karsjens zu erwähnen, die in den letzten Jahren mehrere Male Kreis-, Landes- und FKV- Meister wurden. Der KBV "Hier up an" Wiesederfehn gab sich am 30.10.1975 neue Satzungen und erlangte aufgrund dieser Unterlagen unter der Register-Nummer 383 des Amtsgerichtes Aurich die Eintragung am 19. Dezember 1975 in das Vereinsregister als "eingetragener Verein". Vorstand im Sinne des § 26 BGB ist hiernach der Vereinsvorsitzende, der Stellvertreter des Vor sitzenden und der Kassenwart. Jeder von ihnen ist allein zur Vertretung befugt. Gemäß den Vereinssatzungen besteht der Vorstand jedoch aus sieben Mitgliedern:
Dem heutigen Vorstand gehören an:
Nicht unerwähnt bleiben sollen die seinerzeit aufgrund besonderer Verdienste zu Ehrenmitgliedern ernannten Mitglieder:
Aus den Protokollen 1990 - 2009
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Die bisherigen Vorsitzenden des KBV "Hier up an" Wiesederfehn e.V. seit der Gründung 1914 bis 2002:
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| Hans-Hermann Hauschildt (1. Vorsitzender von 1982-2002) seit 2002 Ehrenvorsitzender |
Holger Wilken seit 2002 1. Vorsitzender
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Vereinsfahne / Ewald Hagedorn
K l o o t s c h i e ß e n
- Klootscheeten up Fehn
Bi kahlen Frost, sünnig Weer,
vor uns is een Pleseer,
nu geiht in´t Feld herut
över Is, Steen und Klut;
Klootscheeten heet dat för uns!
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Holger Wilken
Das Klootschießen ist und bleibt das ursprüngliche Friesenspiel. Das Friesenspiel, das ist eben auch
der Reiz der winterlichen Landschaft, mit seinen Klootschießern, Bahnweisern, Fahnenträgern. Käkler und
Mäklern. In Wiesederfehn liegen sie bereit : Sprungbrett, Matten, Düssel, Stockleger und die schnellen Kloote.

Feldkampf in Müggenkrug (1993)
Gerhard (Cedi) Toben, Holger Wilken, Helmut Dirks (Bahnweiser),
Hinrich Asche, Erwin Habben, Hermann Hartmann